Die ÖVP als Großwildjäger … „Elfenbeinpolitik“ und andere Beinbrüche

Jetzt ist sie im Wanken, die ÖVP, die vermeintlichen Christdemokraten befinden sich seit ihr Chef, Josef Pröll, im Krankenhaus liegt nun ebenfalls auf wackeligen Beinen. Man konnte ja vieles vermuten, aber, dass die ÖVP mit ihrem Parteichef symbolisch gleich mit zusammenklappt und ebenfalls einer Behandlung bedarf, hätte man wohl kaum erwartet.

Noch immer nicht erhohlt vom Dauerangriff auf den ehemaligen Fast-Spitzenkandidaten Grasser, und das im Moment nicht wirklich Imagefördernde Engagement des ehemaligen Echt-Spitzenkandidaten Schüssel als Atomlobbyist,  ist die ÖVP einmal mehr im Visier der Korruptionsjäger. Da wird der ÖVP Spitzenkandidat der EU Wahl 2009 von JournalistInnen der Sunday Times gnadenlos vorgeführt, wie er sich brüstet mit unglaublichen Zahlungen an ihn um Gesetzesentwürfe für seine Kunden zu „verbessern“, und wie er aus dem Nähkästchen des Lobbyisten plaudert, der vermeintlich Europaparlamentsmitglied wurde, nur um sein Netzwerk für später zu verfeinern. Das ganze wirkt leider nicht wirklich außergewöhnlich sondern scheint in Brüssel „no na part of the game“ zu sein, kaum verwunderlich also, wenn auch nicht weniger schlimm, dass auch ÖVP Spitzenpolitiker an vorderster Korruptionsfront mit dabei sind. Pröll und seine Kollegen (evtl. sogar einige der wenigen Kolleginnen) werden also jetzt schwer bereuen, dass sie Strasser gegen den „Vorzugstimmenkaiser“ Karas, der nicht nur vom Wahlvolk präferiert wurde, sondern auch klar kompetenter und vertrauenswürdiger ist, durchgedrückt haben, und nicht nur das Wahlvolk betrogen sondern sich – wie nun offensichtlich wurde, jedoch auch vorher absehbar war – selbst ein Bein gestellt haben.

Hinten und vorne krachen der ÖVP symbolische aber auch physische Beine zusammen, überall knackts in dieser Partei. Da passt es ins Bild dass nun Ferdinand Maier, bekannt für seine üblich zynischen Wortmeldungen, das einzige was man so von ihm so hört – einen Brief (hier der Artikel dazu) an den VP Klubvorsitzenden Karlheinz Kopf geschrieben hat, indem er diesem so einiges an den Kopf wirft. Von einer „Verhöhnung des Klubs“ und „Dilettantismus“ ist hier zu lesen, die Parteispitze die also abgehoben von der so genannten Basis – zu der sich auch Maier zählen kann, immerhin ist er ja Generalsekretär des Raiffeisenverbandes, also so zu sagen der Inbegriff der ÖVP-Basis – agiert, insgesamt scheint dieser Brief also nicht unbedingt allzuviel Neues zu enthalten.

Zentral scheint mir jedoch die Aussage, dass die ÖVP Spitze eine „Elfenbeinpolitik“ betreibe. Tja, jetzt ist es ans Licht gekommen, die ÖVP ist nicht die Lobbypartei der Raiffeisen sondern der Großwildjäger, „Elfenbeinpolitik“ ist wohl die wahre Enthüllung der letzten ÖVP-Krisengebeutelten Wochen. Vielleicht meinte Maier ja auch eine Elfenbeinturmpolitik, was durchaus Kontext passend wäre, mir scheint hier jedoch Maiers originale Wortwahl zutreffender zu sein.

Vielleicht tritt die ÖVP ja bald unter dem Namen, der in der Szene schon seit längerem bekannt ist, auch bei der Wahl an, und wir können uns dann endlich für die ÖGP entscheiden, die eine Lücke in der Österreichischen Parteienlandschaft füllt. Wirtschaftsliberale Parteien haben wir doch schon genug, wir brauchen eine Österreichische Großwildjäger Partei (ÖGP), die eben noch wirkliche „Elfenbeinpolitik“ macht.

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